1984 oder 1938?

Es ist noch nicht so lange her, da tönten aus den Futterluken unserer hochwohllöblichen „Freunde des Volkes“ so Sätze wie „es wird keine Testpflicht geben“ oder „es wird keine Impfpflicht geben“. Doch mittlerweile schaut die Realität etwas anders aus.

Mit den im Jänner stattfindenden Massentests kann man sich „freitesten“, was zur Folge haben wird, dass der Lockdown für die negativ getestete Person eine Woche früher endet. Nicht gerade überraschend, aber dennoch, das ist, wie kann es anders sein, vorerst nicht der vorläufige negative Höhepunkt in der Geschichte.

Eine Großbäckerei ging da einen Schritt weiter. Noch bevor der erste dieser „Arierausweise“ ausgestellt worden ist, wurde ein Arbeitsverbot für jene Angestellten verhängt, die sich nicht testen lassen.

Ja meine Brüder und Schwestern im Geiste, so manche Führungspersönlichkeit eines ehemaligen Grrrrroßreiches, so mancher ehemaliger Herrscher eines Deutschen Demokratischen Unrechtssystems, der hätte seine Freude daran gehabt.

Da die Daten von uns einfachem Volk heutzutage wertvoller sind als Gold, vor allem unsere Gesundheitsdaten, haben sich da ein paar dubiose Firmen mit dem Drang zum Datensammeln dazu berufen gefühlt, ein neues „Reisedokument“ zu forcieren. Nicht überraschend dabei ist, dass es sich um eine Handyapp handelt, auch nicht überraschend ist, dass einige Fluglinien an dieser App ihre helle Freude haben.

An die Bestätigung für den Corona-Test als quasi Zutritts-Code für Lokale oder Theater wird sich Österreich ja schon im Jänner gewöhnen müssen, doch international denkt man bereits weiter: Eine Impfbestätigung als wahrscheinlich wichtigstes Reisedokument für das kommende Jahr 2021. Große US-Firmen wie IBM machen eine derartige Handy-Software für ihre Mitarbeiter bereits startklar.

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Die technische Entwicklung organisiert ein Unternehmen namens “Common Trust Network”. Das in Genf in der Schweiz angesiedelte gemeinnützige Projekt, hinter dem auch das Weltwirtschaftsforum in Davos steht, hat sich unter anderem mit einigen Fluglinien zusammengetan, um eine solche Handy-App nicht nur zu entwickeln, sondern auch großflächig zur Anwendung zu bringen. Diese “CommonPass”-App dokumentiert auf dem Handy nicht nur sämtliche Corona-Tests und Untersuchungen, sondern eben auch eine Impfung. Die kann man dann bei Ein- oder Ausreise in ein Land den Grenzbehörden vorweisen.

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Nach den nicht nur in Österreich durchgehend negativen Erfahrungen mit dem Corona-Contact-Tracing per Handy-App versuchen die großen US-Digitalunternehmen wie Apple oder Google ihre Bemühungen besser zu koordinieren.

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Natürlich müsse dieser digitale Impfpass auch angeben, welche Impfung der Besitzer bekommen hat, wie gut sie wirke und ob das auch den Vorschriften des jeweiligen Landes entspreche. Bei Linux jedenfalls rechnet man mit dem ersten großflächigen Einsatz solcher Impf-Apps schon in der ersten Jahreshälfte 2021.  („kurier.at“)

So also wird die neue Freiheit, die neue Normalität sein. Um nicht wie der „Graf von Monte Christo“ weggesperrt zu werden, müssen wir uns, so wie es scheint, testen lassen und noch schlimmer, unsere höchstpersönlichen Daten, unsere Gesundheitsdaten einer App anzuvertrauen, an der die „üblichen Verdächtigen“, jene Firmen, die für Datenschutz nicht gerade berühmt sind, großes Interesse zeigen oder daran mitwirken.

Es liegt aber bei uns, ob wir diese Praktiken akzeptieren oder nicht. Zeigen wir diesem Volk wo der Hammer hängt und setzen diesen Geiern Grenzen.

In diesem Sinne, Freundschaft Genossen!