Unsere liebe Parteien

Jetzt, so kurz vor der Wahl rücken wir Bürger bei den Parteien wieder in den Mittelpunkt ihrer  Begierden. Man buhlt um unsere Stimmen und gibt vor, wie man an unserem Wohl interessiert sei. So ein Schwachsinn! Für fast keine der etablierten Parteien trifft das zu. Mir sind lediglich zwei Parteien aufgefallen,  die sich für die Probleme der Bürger interessiert haben und auch für sie eingetreten sind. Eine von den beiden, die ich wohlwollend, die „böse-Buben-Partei“ nenne, die FPÖ, ist mir am positivsten in Erinnerung, sie trat am feurigsten für die Österreicher ein, weit ab, gefolgt von der ÖVP, an die ich mich hier nur deshalb erinnern mag, da sie, gleichfalls wie FPÖ, sich im Zuge der leidigen Parkpickerlausweitung für die Wiener stark gemacht hat, aber sonst war bei der ÖVP tote Hose.Und die restlichen Parteien, sie sind entweder überhaupt nicht mit irgendwelchen Aktivitäten positiv aufgefallen oder sie sie haben, so wie „Die Grünen“ und die SPÖ, die Interessen der Bürger ignorierend, agiert. Wenn es eine olympische Disziplin wie „sinnlose Projekte“, „inkompetentes Handeln“ oder „Ausrauben der Bürger“ gäbe, so wären die beiden Parteien mehrfache Olympiasieger.

Und jetzt versuchen sie uns mittels Videobotschaften, von denen so manche etwas naiv gehalten ist, wie die der „Neos“, einzulullen und uns dazu zu bewegen, sie mit unseren Stimmen näher an den Futtertrog heranzubringen.

Von all den Werbevideos landete die FPÖ mit „Mein erster Freund“ den absoluten Hit. Man fühlte sich wirklich angesprochen. Und das völlig Überraschende bei dieser Botschaft ist, dass man sich, die Partei und H.C. Strache, nicht in den Mittelpunkt stellte. Für den Betrachter wurde erst am Ende des Videos ersichtlich, dass es sich um Wahlwerbung der FPÖ handelt.

Die anderen Mitbewerber „glänzten“ eigentlich mit nichts neuem. Die ÖVP versuchte, routiniert mit altbewährten und daher etwas abgenutzten Klischees zu punkten. Man wollte offensichtlich mit dem Video auf „der Sicheren Seite“ stehen. Etwas störend wirkte, dass man sich selbst und die „eigenen Leistungen“ zu  sehr in den Mittelpunkt stellte. Trotz dieser kleinen Fehler schaffte man es trotzdem, eine Botschaft zu vermitteln.

Gut gelungen ist auch das Video des BZÖ, das alleine schon auf Grund der gewählten Musikunterlegung als ansprechend zu bezeichnen ist. Inhaltlich ist das Video meiner Meinung nach eine angenehm wirkende Mischung aus FPÖ- und ÖVP-Video, das ebenfalls den Wunsch vermittelt, gewählt zu werden.

Und jetzt wird es wirklich traurig. Wir sind bei der SPÖ angelangt. Mit ihren beiden Videobotschaften, „Wer kämpft für Arbeit, von der man leben kann?“  und „Wer kämpft für Mieten die man sich leisten kann?“, greifen sie so tief ins Braune, dass ein Haufen Kuhmist, wie ein Bild von Andy Warhol wirkt. Sie setzen mit diesen beiden Botschaften nur die Tradition fort, dass sie das Volk nur für „Dummes Stimmvieh“ halten und dass sie dieses nach Belieben verarschen können. Sehr wahrscheinlich werden sie wieder mit diesem Konzept Erfolg haben. Die SPÖ lebt ja nur mehr von jenen Wählern, die „gewohnheitsmäßig“ das Kreuzchen bei „SPÖ“ machen.

Alleine der Slogan „Wer kämpft für Mieten, die man sich leisten kann?“ ist eine Provokation des Volkes. Zu mindestens die der Wiener  Bevölkerung. In Wien ist die „Stadt Wien“, also die SPÖ mit ihrem lästigen Anhängsel, den Grünen, einer der größten Bauherrn oder sogar größter Bauherr. Da sollten sie zu erst einmal im eigenen Stall den Mist wegkehren. Die Preise in Wien kann man, sollte man nicht über einen „alten“ Mietvertrag verfügen, nicht gerade als „günstig“ oder „billig“ bezeichnen.

Die Grünen. Ihr Wahlvideo, naja, was soll man dazu sagen. Das Positive zu erst. Es spiegelt die geistige und politische Reife der Grünen unmissverständlich. Als Hilfsmittel zum Stimmenfang ist es daher denkbar ungeeignet. Aber es würde ausgezeichnet in die Sendung der beiden wrabetzschen Intellektuellen,  Dirk Sternemann und Christoph Grissemann passen.

Nach den Grünen, das nächste geistige Debakel. Die Videos der Neos. Über 14 schmerzhafte Minuten. Die SPÖ hatte wenigstens den Anstand, ihre beiden Videos kurz zu halten.