Auf den Kopf gefallen?

Ein Grüner denkt nachOffenbar haben es mittlerweile sogar die rotz-grünen Freunde Wiens realisiert, dass die „Neue Mariahilfer Straße“ großer Mist ist. Wie sonst kann man es sich erklären, dass plötzlich 800.000 Euro in eine Propagandaaktion gesteckt werden sollen, um Wiens Monument politischer Dummheit, den Bürgern schmackhaft zu machen.

Wäre die „Neue Mariahilfer Straße“ tatsächlich eine so gute Idee, wie es unser griechischer Albtraum behauptet, wäre eine derartige Werbekampagne überflüssig. Oder will man hier wieder linientreuen Amigos ein gutes Geschäft zukommen lassen? Ein Schelm ist, wer hier Böses denkt.

Ein kleiner Blick in Marys Kleinmädchen-Traumwelt:
„Für die Stadt Wien ist es wichtig, den Bürgern zu zeigen, worum es bei der Fußgängerzone Mariahilfer Straße geht: Mehr Ruhe, mehr Platz und 1,5 Kilometer Freiraum zum Spazieren, Einkaufen und Entspannen“, sagt dazu Vizebürgermeisterin Vassilakou. …
… „Wir planen mehr als 100 neue Bänke zum Ausruhen sowie neue Spiel- und Aufenthaltsplätze“, sagt Vassilakou. Die Schanigärten sollen weiter in die Mitte rutschen, um mehr Platz vor den Geschäften zu schaffen.
(Zitat: „kurier.at“)

Man könnte fast meinen, unsere kleine Mary wurde als Säugling zu heiß gebadet oder ist mehrmals vom Wickeltisch gefallen:  Einerseits spricht unser grünes Prachtstück in Zusammenhang mit der neuen Mariahilfer Straße von „mehr Ruhe“  und andererseits sollen neue Spiel- und Aufenthaltsplätze entstehen. Na geht’s noch. Das ist doch ein Widerspruch. Neue Spielplätze auf der Mariahilfer Straße? Da werden sich die Anrainer aber freuen – Kinderlärm anstatt Verkehrslärm, was für eine Verbesserung. 🙂

Und was wird als nächstes auf der Mariahilfer Straße kommen, Badeteiche und Liegewiesen, damit die Bobos nicht mehr in ein öffentliches Bad müssen, wenn sie im Wasser plantschen wollen? Oder etwa Apfelbäume, damit sie sich Bio-Apfelsaft oder Bio-Kompott machen können?

Manfred Juraczka hat es überraschenderweise auf den Punkt gebracht. Seit langem wieder ein klarer Gedanke, der aus den Reihen der ÖVP kommt:

„Diese neuerlichen PR-Maßnahmen sind nichts weiter als die Verzweiflungstat einer taumelnden Verkehrsstadträtin“.  (Zitat: „diepresse.com“)

Wirklich treffend formuliert, auch ein blindes Huhn findet manchmal ein Korn. Hätte man so viel Verstand bei den Koalitionsverhandlungen gezeigt, würde Österreich viel erspart bleiben.

Offenbar spekuliert unser Schreckgespenst aus Griechenland darauf, dass man das Stimmvieh mit Werbung so einnebeln kann, dass es völlig denkbefreit, das Kreuzchen wie gewünscht setzt. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass dieser Plan auch funktioniert, schließlich wurden die Stimmberechtigten derart eingeschränkt,  dass  nicht gesamt Wien über dieses millionenschwere grüne Denkmal der Inkompetenz abstimmen kann, sondern nur ein Teil der Bewohner von Boboville, und die sind nicht gerade dafür bekannt, dass sie das Rad erfunden haben.