„Besorgte Bürger“ und ihre verlorene Fähigkeit zu denken

Wer von uns kennt nicht das Spiel „Räuber und Gendarm“. Wer von uns hat es  nicht in seiner Kindheit gespielt, vielleicht die ganz linken G’fraster mal ausgenommen, die werden wahrscheinlich „Terroristen“ gespielt und des spaßeshalber Mistkübel abgefackelt oder  alte schreckhafte Muttis dank des universell einsetzbaren  „Schweizer Kracher“ einem Herzinfarkt nähergebracht haben.

So wie es scheint dürfte es heute nicht mehr üblich sein, dass man als Kind „Räuber und Gendarm“ oder „Cowboy und Indianer“ spielt. Und wenn man sich als Kind der neuen, besseren Zeit anpasst und politisch korrekt nicht mehr nachspielt wie Menschen mit alternativen Lebensstil von Polizisten dafür, dass sie ein völlig anderes Wertebild haben, gejagd  werden oder wie von Amerikanischen Bauern die Ureinwohner ausgerottet oder stark dezimiert werden, sondern „Geiselnahme“ spielt, da kann es schon mal passieren, dass man einen Polizeigroßeinsatz auslöst.

Mann oh Mann, wenn ich da an meine Kindheit zurückdenke, die Polizei wäre ausgelastet gewesen, bei all den „Indianerkriegen“ oder den 150 cm großen Polizisten und Sheriffs, die gegen das Böse kämpfen, die mit ihren Spielzeugpistolen den Feind eliminieren.

In der heutigen Zeit, wo man dem 500-Euro-Handy, dem 1000 Euro teuren iPhone, die das Tamagotschi ersetzt haben, mehr Aufmerksamkeit schenkt, wie den Fickunfällen, die man in einer durchsoffenen Nacht produziert hat, da ist es nicht mehr notwendig zu denken, eine Situation einzuschätzen. Anstatt zu denken, verlässt man sich viel lieber auf das Handy und ruft die Polizei. Wozu hat man sonst das Handy, das für jedes Problem die Lösung kennt.

In Bremen, da schaffte es ein 12-jähriger, der mit seiner erwachsenen Schwester „Raubüberfall“ oder „Entführung“ spielte, einen Polizeigroßeinsatz auszulösen. Glücklicherweise ereignete sich diese polizeiliche Peinlichkeit in Deutschland und nicht im Land der unbegrenzten Dummheit, dort hätte man dem Kleinen, natürlich nur aus Notwehr, und um eine Gefahrenquelle zu beseitigen, die Birne weggeballert. Nun prüft man seitens der Polizei, ob man den Eltern des Knaben nicht doch die Kosten des Einsatzes in Rechnung stellen kann, wenn man ihn wegen seines Alters in den Knast stecken kann.

In diesem Sinne, Freundschaft Genossen!

> Bub mit „Waffe“ löste Großeinsatz der Polizei aus