Der Kampf um das Auenland geht weiter

Freitags war es wieder einmal so weit, meine masochistische Neigung gewann die Oberhand und ich verspürte das Bedürfnis mich zu bestrafen. Nur wie? Einerseits bin ich sehr schmerzempfindlich und andererseits neige ich zum Bluten wenn ich geschlagen werde. Nun war guter Rat teuer. Aber zum Glück gibt es Wolfgang Fellner und seine Qualitätszeitung „Österreich“ die nun auch über einen TV-Programm verfügt.

Und da sich der Kampf in Mittelerde bald seinem Ende nähern dürfte und es sich entscheidet ob die Hobbits von Gandalf, dem weisen Zauberer oder einem Abgesandten der  bösen Hexe  Saruman, die gerade versucht mit Hilfe von Gollum, einem ihrer grindigsten Adepten,  der sich zudem meist kriechend und mit sich selbst redend, fortbewegt, das Auenland in tiefe Dunkelheit zu stürzen, es zu einem Land zu machen, das fortan von Orks und anderen Geschöpfe der Dunkelheit beherrscht wird, entschloss ich mich, mich wieder einmal so richtig zu langweilen und das Aufeinandertreffen der Anführer der beiden Heere aus sicherer Entfernung zu beobachten.

Es war mehr als nur unwahrscheinlich, dass es ein erbitterter Zweikampf werden würde. Ich sollte rechtbehalten. Anstatt für seine Herrscherin einen wahrhaft glorreichen und vor allem blutigen Sieg zu erringen, hörte man von Gollum nur, man musste wirklich gut hinhören, um in den Zischlauten die er von sich gab, so etwas wie Worte, eine Botschaft herauszuhören: „Hobbits sehr böse, Hobbits quälen Orks, Hobbits böse, muss Hobbits stoppen. Gandalf böse, Gandalf sehr böser Zauberer!“

Und der Kampf selbst, naja, wenn sich zwei Fünfjährige um ein Stück Schokolade streiten, da liegt mehr Testosteron in Luft, als bei diesem Kampf um die Vorherrschaft im Auenland. Gandalf schien es ein Leichtes zu sein, die bösen Flüche und Verwünschungen seines Gegners abzuwehren. Fast spielerisch, manchmal sogar mit einem Lächeln auf den Lippen, schickte Gandalf seine Flüche, Gegenflüche und Verwünschungen Gollum entgegen, der irgendwann, nur seinen modrigen Geruch hinterlassend, wimmernd wie ein geprügelt Hund das Weite suchte.

Es ist aber noch zu früh, meine lieben Auenländer, um Lampions und Girlanden aufzuhängen. Der gute Wein und das Fass Bier sollten vorerst auch noch im Keller bleiben, da die Diener des Bösen nun ihre Soldaten neu aufstellen werden um erneut zu versuchen, in das Auenland einzufallen, um es sich in der alles entscheidenden Schlacht untertan zu machen.

In diesem Sinne, Freundschaft Genossen!