Die Wiener Linien und ihre Höhlenmenschen

So wie es scheint treiben wüste Schlägertrupps in Bereich der Wiener U-Bahn ihr Unwesen und verprügeln Passagiere. T’schuldigung, war mein Fehler. Beinahe hätte ich eine dieser Fake-News verbreitet.

Natürlich treiben sich in den Bereichen der Wiener U-Bahn keine wüsten Schlägertrupps herum, denn da sorgt doch der Sicherheitsdienst der Wiener Linien für Sicherheit und Ordnung. Jawohllll! In der Wiener U-Bahn herrrrrscht Zucht und Orrrrdnung.

Ja, meine lieben Leser und Leserinnen, ein paar dieser „Gehirnakrobaten“ der Wiener Linien haben vor einiger Zeit einmal mehr beweisen müssen, wie es um ihre Fähigkeit zu denken bestellt ist. So wie es scheint ist so manchem von ihnen einer dieser Höhlenmenschen, der es gewohnt zu sein scheint, Diskussionen mit einer Keule oder Steinaxt zu führen, intellektuell überlegen.

Es geschah Ende Juni. Da erwischte es des nachts einen 39-jährigen Akademiker der auf etwas schmerzhafte Art erfahren musst, wie smart es ist, mit den öffentlichen Verkehrsmittel zu fahren.

Kurz nach Mitternacht sei er bei der Oper die Rolltreppe hinabgefahren, um in einen Zug der U4 zu steigen. In Richtung seiner Wohnung, nach Wien-Meidling. Kaum seien zu dieser späten Stunde noch Menschen in der Station gewesen. „Und ja, ich hatte meine Maske noch nicht ins Gesicht gezogen.“ Drei Securitys der Wiener Linien entdeckten ihn, „in der Folge begannen sie, mich in rauem Ton darauf hinzuweisen, dass ich einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen hätte“.

Eine Garnitur fuhr ein, „noch vor dem Betreten des Waggons legte ich ihn natürlich an – und ich dachte, die Angelegenheit sei damit erledigt“. Ein Irrtum, wie sich bald herausstellen sollte: „Die Wachleute folgten mir, beflegelten mich, forderten mich auf, sofort die U-Bahn zu verlassen. Ich weigerte mich, versuchte ihnen – freilich nicht nur mit freundlichen Worten – klarzumachen, dass ich mich gesetzeskonform verhalten hätte und ihre Anweisungen für seltsam halten würde.“ („krone.at“)

Was dann folgte, dass ist man an sich nur von Diktaturen oder sozialdemokratisierten Demokratien wie es die gute alte DDR gewesen war, gewohnt.

Die drei Securitys kamen auf mich zu, zerrten mich aus dem Zug, nahmen mich in den Schwitzkasten, stießen mich zu Boden.“ Schwer geschockt „und mit Schmerzen am ganzen Körper“ schleppte sich der 39-Jährige danach zum Eingangsbereich der Station – „mit der Maske vorm Gesicht begab ich mich danach nochmal nach unten, um die nächste U-Bahn zu besteigen“. Was die Wachleute – abermals mit völlig unangemessener Vehemenz – verhindert haben sollen.

Markus Lorenz ging daraufhin zu einem Taxistandplatz und ließ sich in seinen Heimatbezirk in eine dortige Polizeistation chauffieren. Wo er Anzeige gegen die drei Männer erstattete. Ein Amtsarzt wurde gerufen, der Mediziner stellte bei ihm – zum Teil schwere – Abschürfungen und Hämatome an den Armen, den Beinen und im Bereich des Unterbauchs fest. („krone.at“)

Was mich bei diesem schockierenden Fall wirklich schwer beeindruckt hat, ist der Umstand dass diese Mitglieder dieses „bolschewikischen Schlägertrupps“ immer noch in „Amt und Würden“ sein sollen.

Dienstrechtliche Schritte wurden bislang gegen die drei Beschuldigten nicht eingeleitet. „Der Fahrgast hat sie, angestänkert‘ und ihre Anweisungen missachtet. Deshalb war es rechtens, ihn aus dem U-Bahn-Zug zu entfernen“, so ein Sprecher der Wiener Linien. („krone.at“)

So wie es scheint dürfte nun die Zeit gekommen sein, wo man sich als Passagier bei einer Fahrt mit den Wiener Linien durch den Gebrauch einer „Bodycam“ absichern sollte, nur für den Fall des Falles, denn das Böse schläft nicht.

In diesem Sinne, Freundschaft Genossen!