Dummheit unverdünnt …

Die beiden Musterbeispiele für menschliches und politisches Fehlverhalten dürften zurzeit offenbar keine Probleme miteinander haben. Denn wie kann man es anders deuten, dass sie in trauter Zweisamkeit vor ihre ehemaligen Wähler treten und ihr neues Prestigeprojekt der politischen Dummheit, vorstellen.

Unsere über allesgeliebte Stadtregierung hat es für notwendig erachtet, eine umfangreiche wissenschaftliche Arbeit in Auftrag zu geben, da man in linken Kreisen, ideologische Probleme mit diversen Straßennamen hatte. Es ist traurig, dass unsere Vorzeigekommunisten immer noch willige Helfer finden, die um des eigenen Vorteils willen, sich anbiedern. Einer dieser Helfer, ein Historiker, leitete die politische Kommission, die beauftragt worden ist, unser Stadtbild von nicht einwandfreier Gesinnung zu reinigen, ganz im Gedenken an Erich Honecker, der unsere „Demokratischen Freunde Wiens“, postum, noch im Geiste echten Sozialismus anleitet.

Ich habe mir das  350-seitige sozialdemokratische Machwerk, auszugsweise, zu Gemüte geführt und war überrascht, bei welchen Personen, das Recht der Namensgebung für Wiens Straßen und Plätze in Frage gestellt wird. Es sind so klangvolle Namen darunter wie:

Paula Wessely, Herbert von Karajan, Franz Lehár, Richard Strauß, Julius Raab, Dr. Karl Renner, Dr. Adolf, Schärf, Oskar Sima, Josef Weinheber, Lorenz Böhler,

Dr. Karl Lueger, Franz Dusika, Ferdinand Porsche

Abraham a Santa Clara, Fritz Ritter von Herzmanovsky-Orlando, Igo Etrich, Knud Rasmussen, Clemens Wenzel Fürst von Metternich, Richard Wagner

Erklärung der Markierungsfarben:

  • Personen mit besonders intensivem Diskussionsbedarf
  • Fälle mit Diskussionsbedarf
  • Fälle mit demokratiepolitisch relevanten biographischen Lücken

Sinnigerweise wird dieses Projekt

Straßennamen Wiens seit 1860 als „Politische Erinnerungsorte“

genannt.  Auftragsgeber ist die Kulturabteilung der Stadt Wien (MA 7). Und als Initiator dieses Projektes, seitens der Stadtverwaltung, scheint Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny auf, der in der Wiener Stadtregierung die Funktion des Obersten Politischen Offiziers innehat und die Bevölkerung vor nichtsozialistischen Gedanken beschützen soll.

Um dieser politischen Säuberungsaktion einen seriösen Anstrich zu geben, wurde die Projektleitung Univ.-Prof. DDr. Oliver Rathkolb, Universität Wien übertragen, einer der renommiertesten Historiker Österreichs, der jetzt offenbar auf die dunkle Seite der Macht gewechselt ist.

Betrachten wir nun die Opfer der rot-grünen Vernaderungspolitik, die in einer unwürdigen Zeit gelebt, und versucht haben, nur zu überleben. Das Einzige, dass man einem Großteil dieser Personen vielleicht vorwerfen kann, ist, dass sie den bequemeren Weg gewählt, und sich letztendlich mit dem System arrangierten, um einerseits nicht in dessen tödlichen Mühlen zu geraten und andererseits wollten sie nicht auf ein Leben mit etwas Sicherheit verzichten.

Das zeigt vielleicht nicht von besonderer Stärke, aber es ist aus menschlicher Sicht verständlich. Und jetzt, über 50 Jahre danach, maßen sich Politiker an, deren Geisteshaltung, jener der damaligen Machtmenschen in nichts nachsteht, über eine Zeit zu richten, die sie nur aus Geschichtsbüchern kennen, sofern sie nicht nur in Nordkorea oder Ostdeutschland ihre Schulbildung genossen haben.

Wollte man damals als Geschäftsmann an lukrative Aufträge herankommen, oder als Schauspieler, Künstler in „Großen Häusern“ auftreten, sich in der Filmwelt etablieren oder schlicht und einfach nur leben, ohne in die Mühlen des Systems zu kommen, war man gut beraten, in einer der nationalsozialistischen Organisationen Mitglied zu sein. Oder man zeigte, wie sehr man die Obrigkeit schätzte.

Und an diesem Schutzsystem, der Mitgliedschaft in einer politischen Organisation, hat sich bis heute nichts geändert. Die Konsequenzen bei einer Verweigerung dieser Pflicht sind heute im Vergleich zu damals, harmlos. Um erfolgreich zu sein, muss man eben Mitglied einer bestimmten politischen Partei sein, je nachdem wo man sich engagiert.

Man muss sich aber letztendlich auch die Frage stellen, wieso beschäftigt man sich erst jetzt mit diesem „politischen Makel“. Höchstwahrscheinlich hat es bis jetzt niemanden interessiert, da man nur bedeutende Personen ehren wollte.  Oder gibt es vielleicht andere Gründe für Namensänderungen? Ein Schelm ist, der böses denkt.

Wenn man sich mit den, in sich selbst so verliebten rot-grünen Narren näher beschäftigt, könnte man meinen, dass sie, da die Anzahl der Straßenzüge ohne größeren (baulichen) Aufwand nicht beliebig erweiterbar ist, nur Freiräume für  „Politische Erinnerungsorte“ , schaffen wollen, damit die loyalen GenossInnen und deren MitstreiterInnen, bleiben wir im Sinne unserer linken Realitätsverweigerer, politisch korrekt und hängen den sozialistisch-dümmlichen Genderappendix an, in der Geschichte der Stadt ihren Platz finden. Ihren Platz werden sie finden, aber nicht, so, wie sie es sich ursprünglich vorgestellt hatten.

In diesem Sinne: Freundschaft, Euer Scarlet Pimpernel

© 2013