Ein neues (sozialdemokratisches) Wunder

Wien ist eine wunderbare Stadt. Einerseits ist in Wien jeder willkommen, unabhängig von seinem Nutzen für die Gesellschaft, auf gut Wienerisch, bei uns wird jeder Idiot willkommen geheißen, Wien liebt seine Idioten, was letztendlich erklären dürfte, warum die SPÖ immer noch die beliebteste Partei in Wien ist, und anderseits geschehen in Wien, in letzter Zeit immer öfters, zum Wohle der Sozialdemokratie, Wunder. So auch dieser Tage.

Ich weiß, es mutet sich seltsam an, wenn in einer Stadt, wo die Mitglieder der Stadtregierung dem Mann mit dem Pferdefuß näher stehen, als jenem, der über den Wolken residiert, sich etwas ereignet, das so überraschend, so seltsam, so unerklärbar ist, dass es viele von uns für ein Wunder halten.

Wien. Barbara Hörnlein, Ärztliche Direktorin des Otto-Wagner- und Wilhelminenspitals, verlässt den Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) und wird mit 1. Juli ärztliche Leiterin der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK).

Laut „Presse“-Informationen hat Hörnlein die Ausschreibung für den medizinischen Top-Job gewonnen, der wegen des überraschenden Todes ihres Vorgängers Reinhard Marek im Jänner unbesetzt war. Der KAV bestätigte der „Presse“ den Wechsel, kommentierte ihn aber nicht, „weil es sich um eine Privatangelegenheit handelt“. („diepresse.com“)

Diese Ernennung ist also eine „Privatangelegenheit“. Wenn jemand in eine Position „geschoben“ wird, in der man für die angemessene medizinische Versorgung von hunderttausenden Menschen zuständig ist, sind die näheren Umstände dieser Ernennung also „Privatsache“, sie gehen die Öffentlichkeit nichts an. Auch gut.

Wessen Privatangelegenheit eigentlich? Vielleicht die des Michels, zurzeit Sultan von Wien? Warum gerade die des  Michels? Weil ohne ihn, ohne die SPÖ in Wien gar nichts geht? Nein, nichts dergleichen. Er wirkt zwar auf viele wie der „Capo di tutti i capi“ und die Wiener SPÖ, naja, die erinnert auch so manchen von uns an eine Süditalienische Firma, die Personen, die in Ungnade gefallen sind, vorzugsweise Pferdeköpfe in das Bett legen soll.

Aber es ist in der Tat tatsächlich eine Privatangelegenheit unseres kleinen Dicken, der in manchen Interviews wirkt, als sei er gerade beim „Brandweiner um die Ecke“ vor die Tür gesetzt worden – was natürlich nicht sein kann, so kultiviert wie er ist, unser aller Michel.

Hörnlein, die mit Bürgermeister Michael Häupl verheiratet ist, wird damit neue Chefin der Wiener Chefärzte. Der Wechsel kommt überraschend, wurde Hörnlein in der Vergangenheit doch immer wieder als KAV-Chefin gehandelt. („diepresse.com“)

Natürlich ist das nur ein Zufall, ein ganz dummer Zufall, so dumm, dass man ihn schon „blöd“ nennen könnte, nicht den Michel, den „Zufall“, obwohl …. naja, lassen wir das. Selbstverständlich war sie besser qualifiziert für diesen Job, wie jeder andere Bewerber. Schließlich ist sie eine Frau und dazu noch die von Michael Häupl. Kaum ein anderer Mitbewerber wird wohl über diese ganz spezielle fachliche Qualifikation verfügt haben, die unverzichtbar ist, für die Ausübung dieser Funktion.

Und wer trotz all dieser QualiFICKationen behauptet, die Babsi habe von ihrer „Beziehung“ zu Michael Häupl profitiert, oder der Michel hätte sie gar protegiert, der ist entweder ein verdammter Lügner oder noch schlimmer, gar ein rechter Recke.

In diesem Sinn, Freundschaft Genossen!