Ein Vormittag in Boboville

Roter DilloDass die Bewohner von Boboville nicht die Krönung der Schöpfung sind, ist längstens bekannt. Zuletzt wurde dieser Umstand am EU-Wahlsonntag wieder einmal bestätigt. In beiden Teilen von Boboville, in Wien-Neubau und Wien-Mariahilf, gibt es demnach einen relativ hohen Anteil an Bürger und Bürgerinnen, die mit nicht besonders viel Verstand gesegnet sind. Und dieser Anteil steigt und steigt, sie werden immer mehr, diese denkbefreiten Zweibeiner. Scheinbar ist da ein Virus im Umlauf.

Als ich vor einiger Zeit eine Bestellung auf der Mariahilfer Straße abholte, sah ich gar Erstaunliches. Eine Vertreterin des holden Geschlechtes touchierte bei dem Versuch, ihr Fahrzeug einzuparken, das Auto eines anderen Verkehrsteilnehmers.

An sich kein besonderes Ereignis im Stadtverkehr. So kleine Zwischenfälle passieren in Wien höchstwahrscheinlich öfters als man glaubt. Beide Fahrzeuglenker ertrugen dieses Missgeschick mit Fassung. Auch, als ein vermutlicher Bewohner von Boboville, den Ort der Handlung betrat, lief alles so ab, wie es sein sollte. Die Fahrzeuglenker tauschten weiter ihre Daten aus.

Als jedoch dieser Schwachkopf, wie anders könnte man einen typischen Bewohner von Boboville sonst noch bezeichnen, den Mund aufmachte, staunte ich nicht schlecht. Ich selbst habe schon vieles in meinem Leben als Lenker eines motorisierten Vehikels erlebt, aber das, was mir da dargeboten worden ist, das wird es sicher nicht oft geben.

 „Ich habe alles gesehen, ich gehe als Zeuge, der Mann da ist Ihnen in böser Absicht zu knapp aufgefahren.“, sprach dieses, mehr als nur etwas grün angehauchte Ergebnis einer verbotenen Liebesbeziehung, mit einer solchen Überzeug, als wäre er unser Bundeskanzler und hätte gerade ein Wahlversprechen zum Besten gegeben.

Mit „böser Absicht“ zu knapp aufgefahren. Kann dieses Wunderkind, dessen weltliche Existenz höchstwahrscheinlich auf einer Geschwisterliebe beruht, Hellsehen? Oder macht sich hier nur die Qualität des genetischen Materials bemerkbar?

Die Fahrzeuglenkerin und das Produkt einer verbotenen Liebe tauschten jedenfalls ihre Telefonnummern aus. Und ich, gezeichnet von diesem schaurigen Erlebnis, verließ eiligst diesen Sammelpunkt der menschlichen Dummheit.

Und Bio soll nicht blöd machen. Einfach nicht zu glauben. 🙂