Ein Weihnachtsgeschichte

Im Müll gelandetEs heißt doch immer, dass unsere lieben Mitbürger mit orientalischen oder vielleicht auch muslimischen Wurzel nicht gerade als integrationswillig gelten oder dass sie sich keinen Deut um unsere Kultur scheren. Das ist doch blanker Unsinn, rechte Hetze. In Niederösterreich hat erst vor kurzem ein Ägyptischer Zuwanderer gezeigt, wie sehr er mit der Österreichischen Kultur verwurzelt ist, wie besonders integriert er ist.

Kaum hatte sich unser Freund aus fernen Landen ein Grundstück gekauft, fing er auch schon an,  sich über eine Jesusfigur, die sich auf einem Grünstreifen vor seinem Grundstück befunden hatte, zu beschweren.  Er fühlte sich durch dieses religiöse Abbild gestört. Jetzt fühlt er sich dadurch nicht mehr gestört. Das Kreuz mit der Jesusfigur fiel den Renovierungsarbeiten, die unser Musterbeispiel für religiöse Toleranz an einem Gebäude vornehmen ließ, zum Opfer, “Heute” berichtete darüber.

Ich verstehe seinen Unmut. Es kann doch nicht sein, dass jemanden, der aus einem muslemischen Land in das unkultivierte Österreich kommt, jeden Tag auf ein religiöses Symbol der Ungläubigen blicken muss. Das ist doch nicht zumutbar.

Und die Nachbarn, die Anrainer, nur böse und gehässige Menschen. In ihrem  Hass auf alles Fremde und Andersartige wandten sie sich sogar an die FPÖ, die schließlich Anzeige wegen Sachbeschädigung und Herabwürdigung religiöser Lehren erstattet haben soll. Wie perfide ist das denn?

Der Bürgermeister dieser Gemeinde, wie reagierte dieses Musterbeispiel an sozialdemokratischer Tugend?

Bürgermeister Hubert Tomsic (SP) agierte verhalten: “Ich hatte ein Gespräch mit dem Mann. Das Kreuz wird an einer anderen Stelle in der Gasse auf seine Kosten neu aufgestellt“. („heute.at“)

Schluss jetzt mit bösen Scherzen auf Kosten der geplagten Anrainer und Nachbarn. Das Kreuz wird an einer anderen Stelle neu aufgestellt, auf Kosten des Frevlers.  Na geht’s noch.

Wäre es umkehrt und ein paar grenzdebile Angehörige des Furchenadels würden nach einer durchzechten Nacht am Stammtisch, eine etwa vorhandene Moschee oder ein Minarett beschädigen oder verunstalten, würden dann diese geistigen Grenzgänger, oder sind es nur Patrioten, Schutzheilige des Abendlandes, auch diese Möglichkeit bekommen, den Schaden, mehr oder weniger, wieder gut zu machen?

Nein, natürlich nicht, sie wären doch gemeingefährliche Rassisten, Angehörige der rechtsradikalen Szene. Der Verfassungsschutz, die Grünen und ihre Steigbügelhalter, die SPÖ und all die anderen Blödmenschen Gutmenschen, ja die würden sich die Hände reiben, wieder ein Erfolgserlebnis in der Bekämpfung von rechtsradikalem Treiben.

In diesem Sinne, Freundschaft Genossen!

Ein Frohes Fest Euch allen, Euer Scarlet Pimpernel