Einfach nur zum Kotzen

Offenbar genießen Hundehalter vor dem Gesetz eine Sonderbehandlung, zu mindestens dann, wenn sie für ihr Fehlverhalten zur Kassa gebeten werden. Eine „Mindestpensionistin“ mit 770 Euro Rente ging mit ihrem vierbeinigen Gehsteigbeschmutzer in einem Park spazieren. Und wie es bei den vielen Hundebesitzern eben üblich ist, lassen  diese Zierden der Gesellschaft, ihren verwöhnten Kinderersatz, überall die Reste des genossenen Gourmetmahls deponieren und sind dann zu faul, die Verunreinigung zu beseitigen.

Anstatt der Aufforderung des „Hundstrümmerlpolizisten“, welch angemessene Aufgabe für einen Magistratsbediensteten, Folge zu leisten, stritt sie natürlich die Verschmutzung vehement  ab und verweigerte, laut einem Bericht des „Kurier“ die Bekanntgabe ihrer Daten, die erst im Zuge der polizeilichen Intervention bekannt gegeben wurden.

Jedenfalls wurde das überaus soziale Verhalten der Frau mit 220 Euro Verwaltungsstrafe belohnt. Der Gerechtigkeit wurde vorerst Genüge getan. Aber wie es in Wien so ist, sind manche eben „gleicher“.

Ein Schock für die Frau, die von 770 Euro Pension leben muss und für zwei Kinder sorgepflichtig ist. Frau L. legte Beschwerde beim Unabhängigen Verwaltungssenat (UVS) ein. Dort gab es für sie ein Happy End: Die Strafe für den nicht weggeräumten Hundekot wurde mit Hinweis auf ihre Unbescholtenheit und ihre soziale Lage von 100 auf 50 Euro herabgesetzt. (Zitat „Kurier.at“)

So viel entgegenkommen darf ein Autofahrer natürlich nicht erwarten. Dem würde nicht nur vorgehalten werden, dass er ein Auto ohne die dafür erforderlichen finanziellen Mittel besitzt, man hätte ihm dann noch seitens des UVS, quasi als eigene Feststellung, für ein nicht angemessenes Verhalten gegenüber einem Aufsichtsorgan, ein Schäuflein nachgelegt, und dem Autofahrer 70.- Euro für Majestätsbeleidigung aufgebrummt. Das ist eben wahre sozialdemokratische Rechtsprechung. 🙂

Es stellt sich allerdings die Frage, warum nicht die Möglichkeit einer Ratenzahlung ins Auge gefasst worden ist, schließlich hat die gute Frau auf Grund ihres uneinsichtigen Verhaltens keine Milde verdient.

Selbstverständlich ist es kein unnötiger Luxus, sich bei einem monatlichen Einkommen von 770 Euro einen Gehsteigverunreiniger zu halten, vor allem dann,  wenn man für zwei Kinder sorgepflichtig ist. Notfalls müssen sich eben die Kinder einschränken. 🙂

Und um sich nicht schlechter Presse auszusetzen, küsst man seitens des UVS offenbar jenen Arsch, der eigentlich getreten werden hätte müssen.

Hundebesitzer oder Radfahrer sollte man eben sein.