Es ist gut, bei der SPÖ zu sein, weil Solidarität zählt

Solidarität bedeutet für uns, Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen. Und damit die Verpflichtung, sich für andere, im Sinne der sozialen Gerechtigkeit, einzusetzen. Das heißt: Unterstützung der sozial Schwächeren, der Benachteiligten, anderer Kulturen und älterer Mitbürger. (Zitat: spoe.at – Mitglied werden)

Wien. Es ist ein Beschluss, der Wellen schlägt. Kommenden Mittwoch wird im Gemeinderatsausschuss für Information grünes Licht für die Vergabe von 133 Millionen Euro gegeben – für de facto Eigenwerbung der Stadt („Bürgerinformation”). Nur, dass diesen Job nicht der Presse- und Informationsdienst (PID) erledigt, der an sich für die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt zuständig ist – sondern der SP-nahe Bohmann-Verlag.

Eigentlich ist es eine Verlängerung des gut dotierten Vertrags für Bohmann, der mit den Stimmen von SPÖ und Grünen beschlossen wird. Denn ab 2006 flossen erstmals rund 115 Millionen Euro für einen bis Ende 2013 dauernden „Rahmenvertrag Stadtkommunikation” an einen externen Anbieter. Also an Bohmann, der verschiedene Medien für die Stadt produziert. Wie damals wurde der Auftrag europaweit ausgeschrieben. Wie damals hat Bohmann den Auftrag gewonnen. Wobei es diesmal nicht schwer war – Bohmann war der einzige Bewerber. (Zitat „diepresse.com“)

Hat man im Rathaus schon erkannt, dass man Inkompetenz der Bevölkerung nicht mehr als Erfolg verkaufen kann? Und benötigt man deshalb Hilfe von außen? Oder meldet sich hier nur das Amigo-Belohnungssystem für verdiente Genossen?

Ein bisschen heftig ist es schon, 133 Millionen Euro (ca. 1,8 Milliarden in echtem Geld) für die Eigenwerbung der nächsten 8 Jahre. Etwas mehr als 16 Millionen Euro pro Jahr. Da drängt sich ja die Frage auf, wozu gibt es dann den Presse- und Informationsdienst eigentlich wirklich? Ist er nur einer der üblichen Versorgungsposten für linientreue Genossen, die sich das Recht verdient haben wollen, nur mehr als arbeitsbefreiter Gehaltsempfänger bis zur Frühpensionierung wegen des Burnout-Syndroms, durch die Amtsräume zu schleichen?

Und nur ein einziger Bewerber? Schon irgendwie eigenartig. Man könnte fast meinen, dass ein Gerücht die Runde macht, das besagt, dass es sinnlos ist, sich ohne Mitgliedschaft im „Club der Freunde Wiens“ bei einer Ausschreibung um einen Auftrag zu bewerben.

In Wahrheit wird es allerdings nur daran liegen, dass es keinen weiteren Bewerber gegeben hat, der die Fähigkeiten und Kapazitäten aufweist, die für diesen Auftrag erforderlich sind. Das stimmt einen schon irgendwie traurig, dass es in ganz Europa nur einen einzigen Verlag gibt, der in der Lage ist, einen solchen Auftrag zu übernehmen. 🙂