Es musste einfach heraus …

Der Autor und Nobelpreisträger Günter Grass ist tot. Er starb am Montag im Alter von 87 Jahren in einer Lübecker Klinik. Grass zählte zu den bedeutendsten deutschen Schriftstellern der Gegenwart. Bereits sein 1959 erschienener erster Roman “Die Blechtrommel” wurde ein Welterfolg. 40 Jahre später erhielt der gebürtige Danziger für sein Gesamtwerk den Nobelpreis. („ots.at“)

Günter Grass

Und wie in einem solchen Fall üblich, überschlugen sich unsere roten „Gehirnakrobaten“ wie ein mittelalterlicher Jahrmarktsakrobat,  mit Lob und Dankbarkeit für sein Werk. Man tat so, als ob man nicht wusste, dass Günter Grass vor ein paar Jahren eingestanden hatte, während des 2. Weltkrieges, Mitglied der SS gewesen zu sein.

Keine Frage, Günter Grass hat Großartiges geleistet. Aber er war auch ein Mann mit Vergangenheit, zu der er, im Gegensatz zu so manchem Österreicher, auch stand. Ich werfe es ihm nicht vor, dass er während des 2. Weltkrieges Mitglied der SS gewesen ist. Es war damals eine schwierige Zeit, die von Blendern, die ihr Handwerk verstanden hatten, beherrscht worden war. Und er war jung, 17 Jahre war er alt, unser Günter Grass. Und wenn man jung ist, da ist die Sicht noch etwas vernebelt und man ist  zudem noch besonders empfänglich für (neue) Ideen und vermeintliche Werte.

Diese Lobhudelei von unseren politischen Schadensfällen ist für mich mehr als nur überraschend, wo doch Österreichs überlebende Gehirnspender, wegen jeder, noch so kleinen Blähung, die nicht linkskonformes Gedankengut enthält, immer so tief betroffen sind. Irgendwie erinnert mich diese Scheinmoral an jene zweibeinigen Kreaturen, die einst über die Schlachtfelder gezogen sind und den dortigen menschlichen Überresten ihre Habseligkeiten abgenommen haben. Ich glaube, man nannte sie Leichenfledderer.

Verzeihung, war mein Fehler. Günter Grass hatte ja nicht den Makel, dass er ein FPÖ-Politiker war,  der FPÖ oder einer anderen derartigen Gruppierung nahe gestanden wäre. Da kann man ja mal ein Auge zudrücken, das linke Auge eben schließen. Schließlich ist die (politische) Realität doch so, wie man sie sehen möchte.

In diesem Sinne, Freundschaft Genossen!