Freakshow mit bärtiger Dame

Wenn ich Conchita Wurst sehe, muss ich unwillkürlich an den Film „Freaks“ aus dem Jahre 1932 denken. Ein atemberaubendes Meisterwerk, bizarr und düster. Keiner der üblichen Horrorfilme der damaligen Filmwelt – Schauplatz des Geschehens, eine Kuriositätenschau in einem Zirkus, samt bärtiger Dame und siamesischen Zwillingen.

Heute ist es das Fernsehen, das uns das Gruseln lehrt, in Österreich der ORF mit seinem Alexander Wrabetz. Ein wahrer Meister des Horrors. Mit „Die große Chance“ und „Dancing Stars“ bringt er den Schrecken in unsere Wohnzimmer.

Einer seiner Mutanten ist Tom Neuwirth. Man könnte fast glauben, dass unser Tom nach einem Unfall aus einem gentechnischen Forschungslabor entwichen wäre. Nicht dass ich ihm seine sexuelle Orientierung ankreide, ich werfe ihm vielmehr vor, dass er mit seiner Art, Menschen, die über eine andere sexuelle Orientierung verfügen als die Mehrheit, als „Unfall der Natur“ herabwürdigt.

Offenbar versucht unser guter Tom mit Hilfe von einigen Scheinintellektuellen und jener, sich voller Stolz auf die Schulter klopfenden Bobos, seine bescheidene Begabung, damit meine ich seine Stimme, und nicht seine Erscheinung, die eher an eine der neurotischen Tunten aus ein „Käfig voller Narren“ erinnert, als an einen seriösen Künstler, seine Karriere mit dem Flair des Absurden, des Hässlichen,  zu pushen.

Was wird unser kleiner schriller Tom wohl machen, wenn er, wie einst Ikarus bei seinem Flug zur Sonne, abstürzt und sich auf Kindergeburtstagen oder als „Musikalisches Telegramm“ sein Geld verdienen wird. Ist er dann auch als „Conchita Wurst“ unterwegs oder eher als „Bobo der Clown“.

Lästern wir nicht so ab über Alexander Wrabetz und seine Monster-Barbie. Vielleicht wird es sogar ein Erfolg, diese Freakshow mit der bärtigen Dame aus Österreich.