Neues aus dem Märchenwald

Vor dem Burgtheater spielten sich am Dienstagvormittag befremdliche Szenen ab. Passanten und eine “Presse”-Redakteurin beobachteten, wie mehrere Polizisten eine zierliche Radfahrerin brutal festnahmen. Die Frau rief um Hilfe. Auf Nachfrage weigerten sich die Beamten, den Grund für die Festnahme bekanntzugeben.

Was war passiert? Die Radfahrerin fuhr den Ringradweg entlang und telefonierte dabei. Ein Fahrradpolizist erwischte die Frau, wies sie an, stehenzubleiben. Diese fuhr aber einfach weiter und blieb erst vor dem Burgtheater stehen – woraufhin sie eben festgenommen wurde. Nachdem ihr laut Zeugen nach mehrmaliger Nachfrage der Grund nicht genannt wurde, warum sie denn nun festgenommen werden soll, wurde sie laut und emotional.

Daraufhin rief der Polizist offenbar Verstärkung – ein ganzer Bus Polizisten kam und unterstützte die Amtshandlung. Die Beamten drückten die zierliche Frau mit dem Gesicht gegen das Burgtheater, legten Handschellen an. Erst dann nannte er ihr eine Gesetzesstelle, mit der er die Festnahme rechtfertigte. („diepresse.com”)

Und nun eine etwas andere Sichtweise der Amtshandlung, eine, die wohl eher der Realität nachempfunden sein wird, nachzulesen auf „heute.at“:

“Ich habe keine Zeit”, so wollte die 40-Jährige in der Wiener City einen Fahrradpolizisten abwimmeln. Erst, als ihr der Beamte in den Lenker griff, stoppte die Radlerin, warf den Drahtesel zu Boden und stapfte davon. Als ihr der Uniformierte den Weg versperrte, schrie sie auf, gestikulierte wild um sich und weigerte sich, einen Ausweis zu zeigen.

Erst, als sieben Polizisten angerückt waren, beruhigte sich die Dame, so ein Polizeisprecher zu “Heute”. Sie wurde in Handschellen zur Inspektion Deutschmeisterplatz gebracht und war nach einer halben Stunde wieder auf freiem Fuß. Neben Telefonieren am Rad (bis 72 Euro) kassierte die Zweirad-Freundin noch weitere Anzeigen wegen ihres aggressiven Verhaltens. („heute.at“)

Und was meint die Wiener Polizei dazu:
Seitens der Wiener Polizei wurde das folgendermaßen argumentiert: “Laut dem Bericht des Polizisten wurde die Frau verhaftet, weil sie sich einer Amtshandlung widersetzte und sich aggressiv gegenüber der Polizei verhielt”, sagt Polizeisprecher Patrick Maierhofer zur “Presse”. Dass derart viele Polizisten angerückt seien, habe damit zu tun, dass eben immer eine ganze Verstärkungseinheit anrücke, die eben diese Anzahl an Beamten umfasse. Die Frau sei wegen Telefonierens am Rad, Missachtung einer Amtshandlung und aggressiven Verhaltens gegen die Polizei angezeigt – und kurz danach wieder freigelassen worden. Sollte eine offizielle Beschwerde eingehen, werde man dieser nachgehen. („diepresse.at“)

Stellt da vielleicht so ein „ehrlicher und wirklich neutral berichtender Schreiberling“ von „Die Presse“ die Angaben der Polizei unverhohlen in Frage? Oder sollte unter dem Artikel vielleicht der Hinweis „politisch motivierte Berichterstattung“ oder gar der Vermerk Entgeltliche Einschaltung im Auftrag der Linksparteien“ stehen? Ein Schelm ist der, der hier gar böses denkt.

Jetzt mal im Ernst meine Freunde. Wer in Wien, egal ob als Fußgänger oder motorisierter Verkehrsteilnehmer unterwegs ist, wird wohl, höchstwahrscheinlich richtig vermuten, dass unsere pedaltretende „Freundin“ alles andere ist als ein Sonnenschein.

Man kann die Gute, so wie es scheint, ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen, wohl oder übel in die Kategorie weibliches Wesen einordnen, das sich, wenn es nicht mit dem Fahrrad unterwegs ist und dabei ihrer Umwelt kräftig auf die Nerven geht, auf einem Reisigbesen sitzend durch die Lüfte bewegt und von einem Hexensabbat zum Nächsten eilt.

Natürlich ist sie keine Hexe. Heute nennt man so Geschöpf der Hölle, „Frau mit alternativer Lebensweise“, „Grüne“ oder, wenn das Hexengen nicht so stark ausgeprägt ist, „Sozialdemokratin“, die, egal ob man es hören will oder nicht, versucht, ihre Umwelt an ihrem kranken Weltbild teilhaben zu lassen.

In diesem Sinne, Freundschaft meine Genossen!