Neues vom „Großen Bruder“

Einfach nur EkelhaftKaum war die Vorratsdatenspeicherung gekippt, der Bürger war wieder frei von Generalverdacht, kommt das nächste Ungemach auf uns zu. Denn (fast) jeder ist wieder verdächtig, auf der Seite des Bösen zu stehen, auf der Seite jener Menschen, die die USA und ihre Raub- und Eroberungspolitik nicht wollen und sie auf das Schärfste bekämpfen.

Natürlich ist dieser Hass auf Amerika unbegründet. Schließlich ist die Sicherheit der Weltbevölkerung ein Kernanliegen der USA. Deshalb fallen sie auch in Länder, deren Politiker nicht kooperieren wollen ein, und bomben diese Länder in die Steinzeit zurück. All das nur, damit die Welt wieder etwas sicherer wird. Ich möchte nicht wissen, wie viele Frauen, Mütter und Kinder durch amerikanische Kugeln und Raketen zu Allah entsandt wurden, die nichts mit jenen Gewalt- und Gräueltaten zu tun hatten, die in diesem „gerechten“ Krieg von beiden Seiten verübt wurden und noch werden.

Und erst der Abhörskandal. Der wurde doch auch nur von amerikafeindlichen Subjekten hochgespielt. Und dass Brüssel und die davon betroffenen Länder keine wirklichen Konsequenzen setzen, das ist auch verständlich, was ist schon das Recht auf Privatsphäre, was ist schon die Verletzung des Briefgeheimnisses gegen die Abwehr der abstrakten Gefahr, dass ein „Krieger Gottes“, der Welt bedeutendstes Staatsoberhaupt, mit einem präparierten Blatt Toilettenpapier in die Hölle befördert. Zugegeben, die Schlagzeile wäre etwas peinlich: „Obama beim morgendlichen Gang auf die Toilette in die Luft gesprengt. An der Muschel entstand beträchtlicher Sachschaden!“ So jedenfalls könnte dann die Schlagzeile in den beiden Blättern lauten, die wir bei den U-Bahnstationen zur freien Entnahme vorfinden.

Die attraktive Nachbarin, die es in jedem Haus wohl gibt, auch sie könnte in Österreich auf so eine dubiose Überwachungsliste kommen, wie sie im Land der übergroßen Dummheit, den USA, existiert. Und jetzt wird es erst so richtig peinlich, denn, wer zu viel Nagellackentferner kauft, der ist schon verdächtig ein Terrorist zu sein. Und wie verdächtig wird erst der brave Ehemann oder Freund sein, wenn er bei seinem Einkauf nicht auf das „gute Stück an seiner Seite“ vergisst und eine Zwei- oder Dreimonatspackung Nagellackentferner kauft, ein Mann und Nagellackentferner, höchst verdächtig.

Und auch den Hobbygrillmeistern geht es an den Kragen, genauso wie die Modellflugzeugpiloten geraten sie unter Präventivverdacht.

Modellflugzeugpiloten geraten nicht deshalb unter Terrorverdacht, weil sie ein Modelflugzeug oder mehrere davon besitzen, und diese mit Sprengmittel vollpacken könnten um sie dann gegen ein Haus voller Faschingsnarren, wie das in der Boltzmanngasse 16, zu schicken. Nein, sie stehen deshalb unter Verdacht, weil sie zum Betrieb des Flugzeuges, einen speziellen Treibstoff benötigen, der mit Nitromethan versetzt ist. Und unsere Hobbygriller, ja die sind auch höchstverdächtig, da sich im Grillanzünder Hexamin befindet.

Wenden wir uns nun dem gefährlichsten aller Kandidaten zu, der es auf die skurrile „Terrorverdächtigenliste“ schaffen könnte, der Maler und Anstreicher. Ja, der erscheint auch am Gefährlichsten. Der benötigt nämlich literweise das gefährliche Aceton, um seine Pinsel reinigen.

Entsprechend vernichtend ist der Tenor der Experten in der Begutachtung des Gesetzesentwurfs. Die AUVA sieht in dem Gesetzesvorhaben schlichtweg “keinen gesellschaftlichen Nutzen” und hält es für “unzweckmäßig”. Die TU Wien amüsiert sich darüber, dass der Diebstahl von Aceton gemeldet werden muss. Dieser Stoff hat nämlich ein großes Problem: Er verdampft sehr schnell. Es lässt sich oft nicht feststellen, ob er gestohlen wurde oder sich einfach aufgelöst hat. … (kurier.at)

Wie gut es doch ist, dass nicht Experten, sondern Politiker das Sagen haben. 🙂

Wer die (nicht näher definierten) “verdächtigen Transaktionen” nicht bei der Polizei meldet, wird mit Verwaltungsstrafen bedroht. Was das Bundeskriminalamt mit all diesen Listen mit terrorverdächtigen Jägern, Malern, Nagellack-Fans, Grillfreunden und Modellbauern anfängt, will man dort nicht kommentieren. “Zu diesem Gesetz gäbe es sehr viel zu sagen; aber so lange das noch nicht in Kraft ist, wollen wir lieber nichts dazu sagen”, heißt es im Bundeskriminalamt eher resignierend. … (kurier.at)

Na, das kann ja heiter werden, der Großeinkauf in den Drogeriemärkten. Vor allem wenn man bedenkt, was da in so manchem dieser Märkte für geistige Leuchten hinter der Kassa stehen, die sind ja schon mit dem richtigen Herausgeben von Wechselgeld überfordert.

Und was wird der nächste Schritt sein, der die Rechte der Bürger weiter einschränken wird, die präventive Speicherung des Inhalts von Mail- und SMS-Verkehr, das Öffnen der Briefe, das Lesen der Ansichtskarten, die routinemäßige Aufzeichnung der Telefongespräche. Vielleicht stellt dazu die NSA unserer „Stasi“ auch ihre Server zur Verfügung, quasi als Dank dafür, dass sie in Österreich ungehindert ihr Unwesen treiben darf.

Und ist all das umgesetzt, kann man auch noch etwas für die „Grüne Gewalt“ in unserem Lande tun, und endlich auch die Autofahrer unter Generalverdacht setzen und den Verkauf von Treibstoff nur mehr gegen Ausweisleistung zu dulden oder diesen auch beschränken.

Auch ich werde höchstwahrscheinlich auf einer solchen Liste landen, schließlich kenne ich viele, die in Zukunft als „Terrorverdächtig“ gelten werden. In meinem Freundeskreis gibt es leidenschaftliche Hobbygriller, auch ein paar Jäger kenne ich, die es auch auf die „Watchlist“ schaffen werden,  da sie Pflegemittel benutzen, die auf dem Index stehen.

Und natürlich habe ich auch Kontakt zu Frauen, zu solchen, die sich ihres Geschlechts bewusst sind und sich entsprechend stylen. Als Autofahrer bin ich natürlich auch im Besitz von gefährlichen Substanzen, Benzin und Scheibenreiniger, der auch entflammbar ist.

Einmal das Auto volltanken, ein 5-Liter-Kanister Scheibenreiniger mit Frostschutz, der Ehefrau den Zweimonatsvorrat an Nagellackentferner mitnehmen und sich auf die samstägliche Grillerei vorzubereiten und schon läuft man Gefahr, als „Terrorverdächtig“, eingestuft zu werden.

Langsam wird es Zeit, dass diesem politischen Trauerspiel ein Ende bereitet wird. Bei der nächsten Wahl, die bedauerlicherweise noch in allzu weiter Ferne liegt, sollten wir diese Politclowns und Vertreter von Amerikas Interessen endlich abwählen, sie tanzen uns schon zu lange im Auftrag  Brüssels auf der Nase herum. Offenbar hat es sich noch nicht so richtig herum gesprochen, dass wir (zum Glück) noch keine „Verunreinigte Staaten von Europa haben und wir auch (noch) keine Überseekolonie der USA sind.