Neues von Österreichs Abstaubern

BettlerTrixi Karl, wer kennt sie nicht, unsere Ex-Justizministerin. Dass sie nicht zur ersten Garnitur unserer Politiker zählt, bewies sie, bevor sie wieder in der Bedeutungslosigkeit versank, durch ihr Eintreten für ein Anti-Spy-Abkommen mit den USA.

Etwas naiv zu glauben, dass sich die Amerikaner an Vereinbarungen halten würden. Obama reicht die rechte Hand zum Gruß und mit der linken Hand rammt er einem das Messer in den Rücken, bildlich gesprochen.

Nun wieder zurück zu unserer Abstauberin von Schwindeleggers Gnaden. Unsere liebreizende Trixi trat seit langem wieder gröber ins Fettnäpfchen. Eine Absolventin einer Grazer Modeschule nähte im Rahmen einer Projektarbeit für tricky Trixi eine Robe für die Grazer Opernredoute.

Beatrix Karl bedankte sich großzügig, offenbar wurde sie von unserem neuen Finanzminister inspiriert, mit 10 Euro Trinkgeld  (!!) für die Robe. Als ob man heute noch um 10 Euro etwas Gutes für die Leber bekommt.

Erst nachdem ein buntes Billigblatt nachgefragt hatte, soll sich Trixi herabgelassen haben, weitere 300 Euro zu „überreichen“.  300 Euro für 150 Stunden Arbeit, nicht schlecht. Nur schade, dass man dieses Entlohnungsschema nicht auf die eigene Tätigkeit anwendet. Unser nicht vorhandenes Budgetdefizit würde dann sicher etwas kleiner ausfallen.

Projektarbeit
Rein rechtlich dürfte das kein Problem sein. Seitens des steirischen Landesschulrats verweist man darauf, dass für eine Projektarbeit keine verpflichtende Bezahlung vorgesehen sei. Es sei darum gegangen, schulische Leistungen breitenwirksam zu präsentieren. Dass eine Bundesschule einer politischen Entscheidungsträgerin, die sich derzeit noch dazu im anlaufenden Wahlkampf befindet, so möglicherweise eine zusätzliche imagefördernde Bühne bietet, glaubt man beim Landesschulrat nicht. Landesschulratspräsidentin Elisabeth Meixner ist – genau wie Beatrix Karl – übrigens eine der Stellvertreterinnen von ÖVP-Landesparteiobmann Hermann Schützenhöfer. Laut Karl wurde das Ballkleid-Projekt von Meixner an sie herangetragen. Im Büro der Landesschulratspräsidentin bestreitet man das: Die Schuldirektorin sei direkt auf Karl zugegangen.

Karl bestätigte, der Schülerin 300 Euro gegeben zu haben und nochmals 300 Euro für das Material aufgewendet zu haben – insgesamt also 600 Euro. Die Ex-Ministerin: “Das ist das teuerste Ballkleid, das ich je besessen habe.” (Zitat: „oe24.at“)

Wenigstens lernt unsere Modeschülerin gerade noch rechtzeitig, was man in den Reihen der ÖVP von leistungsgerechter Bezahlung wirklich hält. Offenbar erlebt die Sklavenarbeit gerade ihre Österreichische Renaissance.