Rauschiges aus der smarten Stadt

Dass man bei den Wiener Linien die Besten der Besten beschäftigt, kann man, ohne sich dafür schämen zu müssen, als ein Märchen, ein rot-grünes, abtun. Um über diesen Makel hinwegzutäuschen, lassen sich diese Genies, diese Hochdenker, immer öfters Neues einfallen. Zuletzt war es das Essverbot, dann versuchte man es mit duftenden Wagons, nun ist es das „Manspreading“.

Anstatt für kürzere Intervalle zu sorgen, vor allem in der kalten Jahreszeit, oder gar für mehr Verlässlichkeit, begnügt man sich damit, der Öffentlichkeit zu zeigen, wie man so richtig nachhaltig verblöden kann. Man muss sich in diesem Zusammenhang allerdings die Frage stellen ob die Wiener Linien dafür extra „ExpertInnen“ einstellen oder ob sie aus dem eigenen geistigen Genpool rekrutieren. Natürlich sollte man nicht vollkommen ausschließen dass die gute Ulli Sima mal wieder an geistigen Blähungen gelitten und diese übelriechenden Produkte sozialdemokratischen Denkens kanalisiert hat. Letztendlich ist es aber ohnehin egal wer für dieses rot-grüne Gruselshow verantwortlich ist.

Eines ist aber sicher, der Urheber dieser Lachnummer ist mit Sicherheit eine dieser frustrierten Schnepfen, die ihr Trauma, ohne Gehänge auf die Welt gekommen zu sein nicht überwunden hat und nun zu versuchen scheint, dieses Defizit zu kompensieren.

Die Wiener Linien sorgen wieder einmal mit einer Kampagne für – aus Unternehmenssicht – erwünschtes Benehmen in den Öffis für Aufregung.

Dieses Mal geht es um Manspreading, also die unter Männern verbreitete Vorliebe, mit weit gespreizten Beinen in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu reisen und dadurch mehr als nur einen Sitz zu beanspruchen bzw. zumindest die Sitznachbarn mit Körperkontakt und Einengung zu beglücken.

Am Dienstag Vormittag posteten die Verkehrsbetriebe auf Facebook und Twitter einen “Schummelzettel”, auf dem in gewohntem Design bildhaft erklärt wird, wie rücksichtsvolles Verhalten aussieht – und wie nicht.

Freilich wäre es nicht Social Media, wenn der Post nicht umgehend für Polarisierung gesorgt hätte. Die einen, übrigens Männer wie Frauen, sehen ein nervendes Problem endlich angegangen.

Die anderen – praktisch ausschließlich Männer – regen sich über vermeintlichen Sexismus auf und fordern im Gegenzug eine Kampagne gegen Frauen, die ihre Hand- und Einkaufstaschen auf freien Sitzen platzieren. Ein aus Sicht der vermeintlich völlig zu Unrecht Kritisierten sehr viel größeres Problem. Denn schließlich brauche ein Mann wegen seiner Geschlechtsteile ja mehr Platz, so die Argumentation. („kurier.at“)

Selbstverständlich ist es etwas anderes wenn so Frauen mit dem Volumen einer Renate Brauner mit mehreren Taschen bepackt, darunter die unverzichtbare Tasche mit dem Aufdruck ‚Bio macht schön‘, vor allem in der Stoßzeit, vier Sitzplätze belegen oder wenn die ‚üblichen Verdächtigen‘ lieber das Plateau zwischen den Türen verstellen als in das Wageninnere vorzugehen.

Und erst diese Vollpfosten die selbst während des Gehens mit ihren Froschaugen auf dem Display ihres Mobiltelefons kleben und dann einen hysterischen Anfall bekommen, wie die gute „Sibil Schick“, wenn man sie eine „linksversiffte Pissnelke“ nennt, nur weil man ihnen am Bahnsteig oder beim Ein- oder Aussteigen nicht rechtzeitig ausweicht und sie in einen hineinknallen.

Natürlich ist es unsere Schuld, wenn sich all diese besonderen, wunderbaren Menschen in der Öffentlichkeit nicht mehr wohlfühlen, nur weil uns die Fähigkeit abhandengekommen ist, sich auf ihre ganz speziellen Bedürfnisse  einzustellen.

In diesem Sinne, Freundschaft Genossen!