Sozial(demokratisch)es Wien

Sozial(demokratisch)e GerechtigkeitIn Österreich soll es bereits laut Online-Ausgabe des Kuriers mehr als 65.000 Menschen geben, die es sich kaum leisten können, Lebensmittel in einem üblichen Geschäft zu kaufen. In Wien spiegeln bereits unzählige Sozialmärkte der unterschiedlichsten Vereine die dort herrschende soziale Wärme wieder. Jeder einzelne dieser Märkte ist einer zu viel.

Derartige „Geschäfte“ dürften in einer Stadt, die als lebenswerte Stadt bezeichnet wird, eigentlich nicht existieren. Und dennoch sind sie zu einem fixen Bestandteil unseres Lebens geworden. Die meisten von uns nehmen sie überhaupt nicht, oder nur am Rande war. Für so manche in Wien lebende Familie sind sie aber der einzige Lichtblick im täglichen Überlebenskampf.

Welche Voraussetzungen muss jemand erfüllen, damit er von etwas günstigeren Preisen profitieren kann? Die Verwendung des Wortes „profitieren“ in diesem Zusammenhang ist eigentlich eine  Verhöhnung jener Menschen, die auf solche Märkte angewiesen sind.

Also formulieren wir es anders. Jene Menschen, die in einem der drei Geschäften des „Sozialmarkt Wien“ einkaufen, pro Woche für nicht mehr als 35  €, dürfen über ein Einzeleinkommen von nicht mehr als 900 Euro (netto)  verfügen. Pro Kind dürfen es zusätzliche 150 € sein.  Kaum zu glauben, aber wahr, in „echtem“ Geld waren 900 Euro einmal etwas mehr als 12.000.- öS. Eine stattliche Summe, nicht wahr.

Um einen Einkaufspass für den „SOMA“ zu erhalten, darf man über ein Einkommen von nicht mehr als 870 Euro verfügen. 870 Euro im Monat, das ist wirklich nicht viel, selbst wenn man über einen günstigen Mietvertrag oder eine kleine Wohnung verfügt. Zum Leben fast zu wenig, zum Sterben wiederum zu viel.

Ich frage mich, was diese Menschen empfinden, wenn sie in der Zeitung lesen, im Radio hören, oder aus dem Fernsehen erfahren, wie sich einzelne Mitglieder unserer „ehrenwerte“ Stadtregierung vor Stolz auf die Schulter klopfen, nur weil sie ein paar Bienen im Rathaus eine Unterkunft gegeben haben. Ja, mit so wichtigen Dingen sind unsere Damen und Herrn im Rathaus tagein, tagaus, beschäftigt.

Ave, Maria VassilkouOder was empfinden Menschen, die über ein Einkommen von ungefähr 900.- Euro verfügen und daher jeden Cent dreimal umdrehen müssen, bevor sie ihn ausgeben, wenn sie miterleben, wie sich Maria Vassilakou und Genossen stolz auf die Schulter klopfen, nur weil sie einmal „auf die Schnelle“ 25 Millionen oder mehr, für einen Platz, der unseren Bobos gewidmet ist, versenkt haben, damit diese selbstgefälligen und verwöhnten Vögel mit ihren verzogenen Würfen „direkt vor der Wohnung“ mit ihren teureren Rädern fahren können und sich anschließend, in einem der unzähligen Schanigärten, die anstatt jener Plätze, die vom Konsumzwang befreit, zum Verweilen einladen hätten sollen, entstanden sind, sich einen, aus einem Dritte-Welt-Land stammenden 8-Euro-Kaffee gönnen.

Irgendwie verstehe ich es sogar, dass sich unsere Politikclowns im Rathaus für Menschen, für die jeder Tag eine Herausforderung ist und die unter „Luxus“ den sonntäglichen Besuch in einem „McDonalds“ verstehen, nicht interessieren.

Sie repräsentieren letztendlich auch nicht jene Zielgruppe, die unsere „politische“ Elite im Rathaus mit ihrer Politik, ja nennen wir den Schwachsinn, den rot-grün in Wien verzapft, ruhig Politik, ansprechen will. Schließlich sind sie kein häuserbesetzender, auf Polizisten pinkelnder menschlicher Müll oder sonstige, ewig schnorrende Günstlinge unserer Stadtpolitik, sondern nur jemand, der vollauf damit beschäftigt ist, sich und seine Familie ernähren zu können.

In diesen Sinne: Freundschaft Genossen!

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