Wenn Lehrer denken …

Eine Lehrerin hat es bewiesen. Für das was man leistet, verdient man eindeutig zu viel. Schauplatz dieses Outings ist überraschenderweise nicht Wien, wo sich üblicherweise derartige SpezialistInnen tummeln, sondern Krems.

Eine Lehrerin machte sich im Unterricht Gedanken. Besser wäre es gewesen, sie hätte nicht gedacht. Lehrer sollen nur unterrichten und nicht denken. Man sieht ja an dem, was in Krems passiert ist, was dabei herauskommt, wenn ein Lehrer, in diesem Fall, eine Lehrerin,  denkt.

Diese „Lehrerin“ hat mit ihren Schülern im Unterricht ein Werbeplakat eines Kremser Modegeschäftes analysiert.

Das Plakat mit der Überschrift: „Was du heute kannst besorgen … verschiebe nicht auf morgen“ zeigt einen wahren Männertraum, der, offensichtlich ziemlich erregt, auf einem Schreibtischt lümmelt, und dabei einen Damenschuh und eine Einkaufstüte in der Hand hält. Auf dem roten Slip, der sich bei ihren Knöcheln befindet, leuchtet das Wort „Diesel“ hervor. Im Hintergrund steht ein gleichfalls attraktiv wirkender Mann in einem dunklen Anzug, der die junge Frau in den Sessel drückt.

Und an der Treppe im Hintergrund steht ein weiterer junger Mann, der einen Damenschuh wie eine Reliquie hält und dabei das Gesicht zu einem „Zalandoschrei“ verzerrt. Auf dem Plakat befinden sich unübersehbar die Namen von mehreren Modelabels.

Machtlosigkeit
Darüber kann Andrea Brunner-Fohrafellner nicht lachen. Sie hat Anzeige erstattet. „Die Frau ist als Objekt dargestellt. Sie ist unbekleidet, was Macht- und Schutzlosigkeit symbolisiert. Ihr überraschter Gesichtsausdruck lässt vermuten, dass der Mann eine Handlung setzt, ohne die Frau vorher zu fragen. Dazu kommt, dass die beiden Männer südländischen Typs sind, die Frau aber blond und man damit das Klischee des heißblütigen, unbeherrschten Südländers bedient.

Man spielt damit auch ausländerfeindlichen Tendenzen in die Hände, was so sicher nicht beabsichtigt war“, analysiert die Künstlerin und ergänzt: „Projekte zur Gewaltverminderung bei jungen Männern werden keine Auswirkungen haben, solange verachtende Darstellungen nicht geächtet werden.“ Sie hat das Thema mit einer Oberstufen-Mädchenklasse im Rahmen einer Bildanalyse bearbeitet. Nicht alle Schülerinnen stoßen sich daran. Mehrere finden aber, dass das Plakat klar sexistisch wirkt, sind unangenehm berührt. „Es wirkt, als ob eine Frau minderwertig wäre“, meint eine der Schülerinnen.

„Wir wollten nur signalisieren, dass der Kauf im Geschäft Vorteile gegenüber dem Internet-Kauf hat, weil man alles sofort bekommt“, erklärt Geschäftsinhaber Alexander Lengauer, der das Plakat selber erstellt hat. (Zitat „kurier.at“)

Kein Wunder, dass sich dieses Negativbeispiel einer Lehrerin über das Plakat aufregt. Sie selbst verkörpert doch genau das Gegenteil von dem  was das Plakat vermitteln soll: Kleide dich mit Geschmack und du wirkst attraktiv: Rotgefärbte Kurzhaarfrisur, beliebt bei Frauenrechtlerinnen jenseits der sechzig,  wirkt ausgesprochen unattraktiv mit ihrem bunten, etwas billig scheinenden Rock, und sie erinnert irgendwie an einen grün-alternativen Männerschreck vom Kaliber einer Maria Vassilakou.

Und eine größere Sehschwäche, neben ein paar weiteren, auf den ersten Blick nicht erkennbaren Defiziten, dürfte die Gute auch aufweisen. 5,0-Dioptrin-Andrea glaubt zu erkennen, dass es sich bei den beiden Fotomodellen um Männer des „heißblütigen, unbeherrschten, südländischen“ Typs handelt. Weiß dieses feministisch denkende Prachtstück eigentlich wie sexistisch diese Art zu denken ist?

Wenn unsere Lehrerin mit der Beschreibung der beiden Modells als „südländischer“ Typ recht haben sollte, könnte man jeden Schwarzafrikaner, Asiaten oder arabischstämmigen Menschen als groß, sportlich, blond und blauäugig bezeichnen. Gegen politisch motivierte Sehschwäche ist eben kein Kraut gewachsen. 🙂

Um zu vermeiden, dass Produkte mit politisch nicht korrekter Werbung vermarktet werden, könnte man ja die Fotomodelle mit etwas mehr Fingerspitzengefühl auswählen. „Victoria’s Secret“ könnte doch für ihre Österreich-Kampagne, um negative Schlagzeilen in Zusammenhang mit ihrer Werbung zu vermeiden, unsere Vorzeigefrauen, Renate Kaufmann, Eva Glawischnig, Sandra Frauenberger, Maria Vassilakou oder Renate Brauner, für die Werbeplakate nehmen. Als  Slogans könnte man, an einige  Wahlwerbeslogans der „Grünen“ angelehnt, „Politik macht schön“, „Mehr Pildunk für PolitikerInnen“ oder „Politik ist sexy“, verwenden.